Meine Wikinger

Samstag, 6. Mai 2017

Norddeutsche Tiefebene - Teil 1

Wenn ich mir früher Fotos in Modellbahnmagazinen, -prospekten oder -büchern angesehen habe, hat mich immer gestört, dass ich meine Welt nicht so richtig darin wieder erkannt habe. Ich bin in Bremen aufgewachsen, kenne also die Norddeutsche Tiefebene, die Küste und wenn wir in die Berge gefahren sind, ging es in den Harz. Mit der Schwarzwaldromantik oder dem Alpenidyll, das oft auf den Anlagen gezeigt wurde, hat dies recht wenig zu tun. Teils erst Jahre später erkannte ich immer wieder "so etwas gibt es ja wirklich", als ich in die entsprechenden Gegenden fuhr. Konstruktionen, die ich als Kind/Jugendlicher auf die begrenzten Platzverhältnisse der meisten Modellbahnanlagen geschoben hatte, gab es also auch in Wirklichkeit. Auch hier durch begrenzten Platz oder geographische Gegebenheiten bedingt. In Norddeutschland ist so etwas selten, hier hat man Platz und meist recht ebene Flächen.

Typische norddeutsche Rasterlandschaft
Auf Modellbahnanlagen ist eine solche Landschaft selten. Während der süddeutsche Schwerpunkt der Anlagen sicherlich auch durch die Herkunft der wichtigsten Hersteller begründet ist, hat er auch ganz praktische Vorteile. Eine Gestaltung auf verschiedenen Ebenen bietet viele Möglichkeiten und wirkt nicht so schnell überladen. Berge und Tunnel verstecken und verschleiern selbst die absurdesten Gleisführungen und ermöglichen eine mehrfache Nutzung der gleichen Grundfläche. Ein einzelnes Gleis könnte man vielleicht noch in einem Deich verstecken, aber wie erklärt man die notwendigen Tunnelportale?
Natürlich vergaßen die erwähnten Hersteller auch den Norden der Republik nicht. Es gab das Fischerhaus von Faller oder das Friesenhaus von Kibri. Aber das ist für mich wiederum zu weit nördlich ;-)

Gerade Straßen, rechteckige Wiesen, Weiden und Waldflächen
Da mir für Dioramen zum Glück eine recht große Fläche zur Verfügung steht (eine alte Zimmertür), habe ich nun versucht, einmal die Weitläufigkeit und typische Elemente der Norddeutschen Tiefebene nachzubilden. Straßen sind weitestgehend gerade, die Weiden rechteckig abgetrennt, ebenso die klar umrissenen Waldflächen. Dabei lässt sich die Unterteilung häufig an Baumreihen erkennen, auf die meist parallel dazu vorhandenen Gräben habe ich hier verzichtet.

Bauernhof der Familie Klatte
Wir befinden uns nun also Anfang der 1950er Jahre irgendwo im ländlichen Bremer Umland. An einer Landstraße liegt der der Bauernhof der Familie Klatte zwischen drei Weiden, einer Wiese und einem kleinen Waldstück. Wie viele seiner Kollegen hat sich Bauer Klatte noch nicht spezialisiert, sondern versorgt sich und seine Kunden auf dem Markt mit allerlei landwirtschaftlichen Produkten. Neben Schweinen, Kühen und Schafen (aus der DDR, erst Hels, dann Herr, später VEB Harzer Schmuck Quedlinburg), gehören auch drei Pferde (dito) zu seinem Hof. Außerdem kümmert sich Frau Klatte um die Streuobstwiese (blühende Bäume von Vau-Pe) und den Gemüsegarten hinter dem Haus.

Viel Verkehr auf der Landstraße
In den nächsten Beiträgen werden wir einen genaueren Blick auf das werfen, was auf dem Hof und in seinem Umfeld alles passiert. Dazu gehört auch diese Landstraße, an der nicht nur die Telefonleitung (Masten von Trix) verläuft, sondern auch eine Bushaltestelle direkt vor Klattes Hof liegt. Der Bereich um die Bushaltestelle und die Hofeinfahrt ist als Gefahrenbereich markiert, damit die Autofahrer auf der sonst schnurgeraden Strecke nicht unaufmerksam werden.


PS: Wiking-Puristen mögen sich an dem recht geringen Wiking-Anteil des Dioramas stören. Wer mich kennt, weiß aber, dass mir gerade auch die Kombination mit zeitgenössischen Fremdherstellern Spaß macht. So erweitern sich die Möglichkeiten erheblich, denn Wiking bietet zwar viel, aber nicht alles.

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