Meine Wikinger

Samstag, 21. Januar 2012

Der Gelbe Katalog - eine Chronik

UPDATE vom 03.02.2015:
Durch einen anderen Sammler habe ich erfahren, dass es eine zweite Auflage des Gelben Katalogs 1991 gab. Diese ist nun ebenfalls in dieser Übersicht eingepflegt. Vielen Dank für den Hinweis und das Bild!

UPDATE vom 11.08.2013:
Dankenswerterweise hat mir der frühere Herausgeber des Gelben Katalogs, Herr Karl A. Koch, ein Exemplar der Katalog-CD von 1997 überlassen. Diese ist nun ebenfalls in dieser Übersicht enthalten, gleichzeitig wurde die Ausgabe 1981 eingepflegt.


UPDATE vom 17.07.2013:
Weitere Hintergrundinformationen sowie eine Beschreibung der 1980er Ausgabe und der Karteikarten ergänzt.

Manch einer richtet sich noch immer nach seinen Angaben, viele katalogisierten mit ihm ihre Sammlung, er war jahrelang das Standardwerk und immer wieder führte er zu Diskussionen, es geht um die "Bibel des Wiking-Sammlers", den "Gelben Katalog". Begonnen als "Gelbe Hefte" wuchs er 1986 zum "Gelben Katalog" und nannte sich nach einer gründlichen Überarbeitung 1995 schließlich "Neuer Gelber Katalog". Mir liegen nun die Ausgaben 1981 - 2003 vor, die erste Ausgabe fehlt noch, aber trotzdem reicht es, um einen Überblick über die Entwicklung dieses Werkes zu geben.

1980
Diese erste Ausgabe war die einzige, die in zwei getrennten Heften (unverglast bzw. verglast) ausgegeben wurde, daher auch der anfängliche Name "Die gelben Hefte". Die Umschlaggestaltung war schlicht, ohne Zeichnungen, auch im Inneren gab es noch keine Zeichnungen. Der anfänglichen Auflage von 500 Stück folgte aufgrund der großen Nachfrage ein Nachdruck mit weiteren 500 Stück. Dieser unterscheidet sich von der Erstauflage durch einen zusätzlichen schwarzen Klebestreifen um die Klebebindung am Buchrücken zu verstärken. Leider liegt mir kein Exemplar von 1980 vor.

1981
Dieser zweite Jahrgang unterscheidet sich von allen nachfolgenden dadurch, dass er als letzter keinerlei Zeichnungen enthält. Das Gelb der Titelseiten ist dunkler als in den späteren Versionen, die Oberflächenstruktur erinnert an Schweinslederimitat. Auf Vorder- und Rückseite sind 20 Zeichnungen von damals aktuellen PKW abgebildet, die auf einem Labyrinth aus Linien zu fahren scheinen. Interessant ist dabei, dass mit dem VW Scirocco auch ein PKW dabei ist, den es von Wiking nie als Modell gab. Eine Jahresangabe findet sich auf der Titelseite nicht. Die Auflistung ist noch recht unübersichtlich, die Modelle werden nur in wenigen kurzen Stichpunkten beschrieben, Unterschiede zu anderen Varianten werden durch Großschrift hervorgehoben.

Die ungewohnte Schrift ist recht pixelig und besitzt keine Unterlänge sowie keine Umlaute, was technische Gründe hat, aber das Lesen nicht gerade vereinfacht. Im Vorwort wird als Neuerung genannt, dass nun auch das Vorhandensein einer Inneneinrichtung und die Art des Lenkrads bei den Beschreibungen berücksichtigt wird.
Unterteilt ist das Heft in "Band 1" (unverglast) und "Band 2" (verglast), wobei "Band 1" noch in zwei Teile aufgeteilt ist, einmal die Produktionsjahre 1948-1951, sowie 1952 - ca 1959. Im Anschluss an den unverglaste bzw. verglasten Teil findet sich jeweils ein Stichwort-Verzeichnis.
Die hier gezeigte Ausgabe ist die zweite Auflage für das Jahr 1981, hier wurde aufgrund der großen Nachfrage nachgedruckt. Die erste Auflage 1981 hatte keine Zeichnungen auf der Titelseite und wurde als "Die gelben Hefte / Doppelband (1 und 2)" bezeichnet. Inhaltlich ist sie vermutlich identisch mit dieser hier vorliegenden, es fehlen allerdings die Hinweise zum Gebrauch. Diese erste 1981er Ausgabe liegt mir leider nicht vor.

1982
Eine Ausgabe für 1982 gab es nicht, da die Benennung in diesem Jahr umgestellt wurde. Die Ausgaben von 1980 und 1981 erschienen jeweils im Herbst der entsprechenden Jahre und waren daher auch für den größten Teil des folgenden Jahres aktuell. Damit sie dabei nicht veraltet wirkten, wurde die Benennung 1982 umgestellt. Die im Herbst 1982 erschienene Ausgabe wurde daher mit "1983" bezeichnet. Ab diesem Jahr trugen die Ausgaben jeweils die Jahreszahl des folgenden Jahres. Die einzige Ausnahme bildet hier die letzte Ausgabe "2003", die tatsächlich erst im Frühjahr 2003 erschien.

1983
Noch unter dem Namen "Die Gelben Hefte" und mit entsprechend geringem Umfang präsentiert sich diese frühe Ausgabe noch mit einer rauhen offenporigen Oberflächenstruktur des Umschlags. Auf Vorder- und Rückseite sind 29 Zeichnungen von Modellen der 1960er Jahre abgebildet, die auf den bereits im Vorjahr verwendeten Linien zu fahren scheinen.
Auf den ersten Seiten findet sich eine Abbildung des Kaelble Muldenkippers, sowie ein Hinweis auf die Zeichnerin, die italienische Kunstgrafikerin Vanda Daminato, die damals in Bonn lebte, wo sie für den Marktpreis-Verlag arbeitete. Das folgende Vorwort stammt vom Herbst 1981 und bezieht sich auf die zweite Auflage, offenbar handelt es sich um das Vorwort des Vorjahres, denn die Ausgabe 1983 ist die dritte Auflage.
Als Änderungen gegenüber dem Vorjahr wird die Zusammenführung der unverglasten Modelle zu einer gemeinsamen Auflistung erwähnt.
Zu jedem Grundmodell gibt es eine Zeichnung, teils isometrisch, teils seitlich. Abweichende Drucke weiterer Varianten sind ebenfalls abgebildet. Es gibt noch keine Unterscheidung nach Farben, sondern nur nach Bedruckungen und Formunterschieden. Die Modellbeschreibungen sind etwas detaillierter als in der Vorversion, beschrieben werden jedoch nur die wichtigsten Merkmale. Schrift und Formatierung entsprechen dem Vorjahr.
Es gibt je Band (Band I: unverglast, Band II: verglast) ein Stichwortverzeichnis und noch keinerlei Werbeanzeigen. Wenn auch noch lange nicht vollständig bietet diese Ausgabe immerhin schon einen guten Überblick über die Vielfalt der Wiking-Modelle.


1984
Die Ausgabe von 1984 hat eine neue Umschlaggestaltung und eine versiegelte Oberfläche, die nun alle folgende Ausgaben besitzen werden. Auf der Titelseite sind mehrere Unverglaste, teils Drahtachser abgebildet, die Schrift breitet sich strahlenförmig von einer Fiat-Kabine aus aus. Auf der Rückseite sind weitere, meist verglaste, LKW abgebildet.
Die Schrift ist leserlicher geworden, auf ein Vorwort wurde diesmal verzichtet. Die Zeichnungen wurden erweitert, so dass nun auch Formunterschiede tw. zeichnerisch dargestellt sind.

1985
Erstmals gibt es keine Zeichnungen, sondern Fotos auf der Titelseite. Abgebildet sind PKW und LKW aus verschiedenen Jahrzehnten, vom Horch Drahtachser bis zum Opel Rekord.
Inhaltlich wurde der Katalog komplett überarbeitet, es werden nun auch Farbvarianten unterschieden. Farbvarianten der Chassis' werden vorerst nur in Ausnahmefällen berücksichtigt. Die Bodenprägung ist nur aufgeführt, wenn sie zur Unterscheidung notwendig ist.
Das Stichwortverzeichnis gilt nun für beide Teile (unverglast und verglast), bisher waren die Stichworte getrennt aufgeführt. Außerdem gibt es eine Schnellübersicht der Nummern mit der zugehörigen Modellbezeichnung am Anfang des Katalogs.
Während bisher bei Druckvarianten nur der abweichende Druck erneut angebildet war, wird nun teilweise auch das gesamte Modell zusätzlich gezeigt. Insgesamt gilt, dass Beschreibungen und Zeichnungen jedes Jahr immer ein Stück überarbeitet und erweitert werden. Neu ist eine Richtpreisliste für Werbemodelle, noch ohne Abbildungen im Anhang. Hieraus wird später der Teil III entstehen.


1986
Aus "Die gelben Hefte" wird "Der gelbe Katalog", eine logische Folge der Zusammenlegung der ehemaligen Hefte zu einem im Umfang erneut gewachsenen Katalog. Die Titelseite ist aufgeräumter gestaltet, ein Design, das nun mit immer kleinen Abweichnungen erhalten bleibt. Abgebildet sind verglaste PKW, auf der Rückseite zwei verglaste LKW.
Die Varianten werden nun tabellarisch aufgelistet, bisher galt dies nur für die Farben, die Formvarianten wurden vorher jede mit einer eigenen Beschreibung aufgelistet, ähnlich wie es in der Wiking-Datenbank der Fall ist. Die Farben basieren nun auf einem neuen Farbsystem, zu dem eine Farbkarte in Vorbereitung ist.

Modelle mit einer Aufsatzverglasung (z.B. Setra S8) wurden vom unverglasten in den verglasten Bereich verschoben. Die bisherige Richtpreisliste für Werbemodelle wurde zum neuen Teil III ausgebaut und enthält nun auch Zeichnungen der Werbemodell. Neu ist eine Liste mit Sondermodellen, so nennt der Katalog Modelle die als Ladegut oder als Bestandteil von Gebäudebausätzen durch Fremdhersteller vertrieben wurden. Diese Modelle sind im Teil II außerdem mit einem "S" gekennzeichnet, Modelle aus Werbemodellpackungen sind mit "W" markiert.
Laut Vorwort handelt es sich mit dieser Auflage um einen Katalog in "kaum zu überbietender Vollständigkeit und Präzision". Wie der jährlich wachsende Umfang zeigt eine ziemliche Fehleinschätzung.

1987
Die Titelseite zeigt fünf Kleintransporter jeweils einmal als Foto und davor die entsprechende Zeichnung dazu. Vielleicht möchte man so die neue Qualität der Zeichnungen zeigen, die nun teilweise von H.W. Zenz stammen und wesentlich klarer sind. Erstmals ist der Preis auf der Titelseite aufgedruckt, auf der Rückseite ist eine der neuen Karteikarten zum Gelben Katalog abgebildet. Erneut wurde der Katalog komplett neu geschrieben, nun werden auch Bodenprägungen und Bemalungen erfasst, die Bodenprägungen sind zeichnerisch dargestellt.
Die Werbemodelle in Teil III sind nun auch mit Farbangaben versehen, eine entsprechende Farbkarte, vorerst nur für die verglasten Modelle, ist nun für 16,50 DM im Angebot. Außerdem gibt es für 13 DM ein neues Karteikartensystem, je eine Karte pro Modell mit den Angaben aus dem Katalog.
Erstmals gibt es Anzeigen eines Vitrinenherstellers, eines Privatsammlers und mehrerer Händler, darunter auch Modellauto Wanner. Ebenfalls neu ist die Auflistung von Preislisten und Gelben Katalogen mit auffallend hohen Preisen.


1988
Auf der Titelseite ist mit dem verglasten MB L 5000 Löschfahrzeug erstmals ein einzelnes Fahrzeug abgebildet. Auf der Rückseite befindet sich eine Anzeige von Modellauto Wanner und ein Foto des Magirus S 3500 Tanksattelzug "Fina".

Während in der Ausgabe 1987 hauptsächlich Zeichnungen von PKW erneuert wurden, geschieht dies nun auch mit den LKW, die bisher noch die alten Zeichnungen von Vanda Daminato hatten. Der bisher etwas vernachlässigte Teil I mit den unverglasten Modellen wurde komplett überarbeitet und nun auch an das neue Farbsystem der Farbkarte angepasst. Die Zahl der Anzeigen ist spürbar gestiegen.

1989
Zum ersten Mal seit fünf Jahren wird die Bindung und die Umschlagstruktur geändert, leider nicht zum Positiven. Dieser Jahrgang zeichnet sich häufig durch lose Blätter und einen recht zerfledderten Eindruck aus.
Die Titelseite zeigt drei verglaste LKW, auf der Rückseite finden sich drei Händleranzeigen. Neben weiteren Händleranzeigen im Innenteil finden sich dort erstmals auch zwei Anzeigen von zwei Auktionshäusern (Tacke und Gräber).
Neu ist beim Inhalt die Kennzeichnung von Änderungen gegenüber dem Vorjahr, sowie die Markierung von Neuheiten mit "N". Ebenfalls neu ist eine Legende mit Fachbegriffen, sowie eine Auflistung von Fachgeschäften, sortiert nach PLZ. Da die alte Farbkarte inzwischen um eine Zusatzkarte erweitert werden musste, gibt es nun eine neue Farbkarte, die alle Farben enthält.

Herr Koch weist auf mögliche Fälschungen bei Werbemodellen hin und erklärt, dass es trotz weiter wachsendem Katalogumfang weiterhin keine Abkürzungen in den Modellbeschreibungen geben wird: "Der Katalog verzichtet ganz bewusst auf Abkürzungen, weil diese einen zusätzlichen Denkvorgang erfordern und dadurch die Arbeit mit dem Katalog erschweren." Einige Jahre später wird dieser zusätzliche Denkvorgang doch noch notwendig sein.

1990

Der zehnte Jahrgang wird auf der Titelseite als Jubiläumsausgabe bezeichnet, die Rückseite zeigt die Titelseiten der bisherigen neun Ausgaben. Auf der Vorderseite ist neben vier Drahtachsern mit dem Eisenbahnbediensteten mit Kelle erstmals ein Zubehörteil abgebildet. Das Vorwort erwähnt in einem kurzen Rückblick auf die Entwicklung des GK, dass sich der Umfang in den zehn Jahren verfünffacht und die Auflage sich verzehnfacht hat. Eine durchaus beeindruckende Entwicklung. Aus einer Auflage von insgesamt 1000 Stück 1980 sind 1990 10.000 Exemplare geworden. Die folgenden Ausgaben der 1990er Jahre erreichten eine Auflage von je etwa 8.500.
Die Legende von Fachbegriffen wurde erheblich erweitert und die Farbkarte enthält nun Löcher in den Farbfeldern, um die Farbermittlung zu vereinfachen. Bei den Händleranzeigen taucht erstmals der Name Stettnisch auf.

1991

Auf der Titelseite zeigen der Sportviersitzer und der MB 500 SL die Entwicklung von Sportwagen und Wiking-Modellen in den letzten 40 Jahren. Auf der Rückseite sind die beiden Modelle von hinten abgebildet, dazu lässt dort eine Anzeige von Spiel+Hobby Kupsch mit dem Zusatz "Schnelle Barabwicklung in jeder Größenordnung garantiert" die Frage nach dessen Bargeldvorräten aufkommen ;-)
Im Inhalt gibt es wieder einige Neuerungen, so werden bei LKW nun auch die Räder bei der Einteilung von Varianten berücksichtigt. Außerdem gibt es eine Auflistung der Neuerscheinungen vor Teil II sowie eine Auflistung von Pseudo-Werbemodellen vor Teil III. Dazu gibt es noch eine Modell-Umfrage zum Thema PKW in Verbindung mit einem Preisausschreiben, sowie eine Liste von Börsenterminen.

Von dem Gelben Katalog 1991 gab es eine zweite Auflage im Januar 1991, die entsprechend aktualisiert wurde. Auf diese Tatsache und die zusätzlichen 16 Seiten wird auf der Titelseite und im Inneren hingewiesen. Dadurch stehen auf der Titelseite nun zwei Angaben zum Umfang, die ursprünglichen 720 und die korrekten 736 Seiten.

Dem Hinweis im Inneren zufolge wurden im Vergleich zur ersten Auflagen weder Preise noch Nummerierung geändert. Es wurden lediglich die Neuerscheinungen eingepflegt.


1992
Diesmal ist auf der Titelseite gleich eine ganze Vitrine mit verglasten LKW abgebildet, auf der Rückseite befindet sich nur eine kurze Inhaltsübersicht.
Im Vorwort findet sich ein interessantes Zitat:
"Im letzten Jahrzehnt zumindest lag das Niveau der Stückzahlen so hoch, daß die meisten Modelle aus dieser Zeit auf Börsen oder bei entsprechend spezialisierten Händlern zu mäßigen Preisen zu bekommen sind. Die im Laufe der Wiedervereinigung von verschiedenen Seiten geäußerte Erwartung, daß der aus den neuen Bundesländern hinzukommende Marktzuwachs hier eine Wende bringen könnte, hat sich bisher nicht bestätigt. Die Menschen in den neuen Bundesländern haben eben zur Zeit andere Sorgen, als den Aufbau einer Wiking-Sammlung. Das wird sich aber im Zuge der wirtschaftlichen Aufwärtsentwicklung in diesen Gebieten ändern. Mittelfristig ist daher mit steigender Tendenz auch bei den Modellen des letzten Jahrzehnts zu rechnen."
Die steigende Tendenz lässt weiter auf sich warten. Auffällig ist in diesem Zusammenhang aber, das die Neuen Bundesländer unter den Wiking-Sammlern kaum vertreten zu sein scheinen. Zumindest ist das mein Eindruck, ebenso scheint Bayern eine eher untergeordnete Rolle zu spielen.
Zusätzlich zum Vorwort gibt es noch einen recht bissigen Kommentar zum Thema IMU-Replika, verbunden mit einer Warnung vor entsprechenden Fälschungen. Neu in dieser Ausgabe ist die Frage "Wer kennt dieses Modell?" mit einem Farbfoto, ein Vorläufer der späteren Rubrik "Streitfragen".
Ebenfalls neu ist der Beitrag eines Sammlers über den Sammlungs-Schwerpunkt "Knipsachser-PKW". Im Stile eines Magazin- oder WSN-Beitrages, illustriert mit einigen Farbfotos, wird hier ein Überblick über dieses begrenzte aber doch interessante und abwechslungsreiche Thema gegeben.
Wie im Vorjahr gibt es wieder eine Modellumfrage mit Preisausschreiben, diesmal geht es um LKW. Die Neuerscheinungen des Jahres sind diesmal nicht nur aufgelistet, sondern als Farbfoto in der Vitrine abgebildet, die bereits mit alten Modellen auf der Titelseite zu sehen ist.
Abschließend gibt es noch eine Übersicht über die umbenannten bzw. umsortierten Modelle, sowie eine erweiterte Börsenübersicht.

1993
Auf der Titelseite sind diesmal zwei Porsche Cabrios in gewagten Farben (türkis und pink) zu sehen, auf der Rückseite ist eine Anzeige von Modellauto Wanner. Neu in dieser Ausgabe sind die Hinweise auf häufige Schwachstellen bei einigen Modelle, gepflegt von Holger Wanner.
Die Neuheiten sind wie im Vorjahr wieder als Farbfoto in Vitrinen abgebildet. Ebenfalls abgebildet sind die Mercedes- und Magirus-Kabinen von IMU, dazu gibt es eine Beschreibung der Unterschiede gegenüber dem Original, um diese Replika erkennen zu können.
Es gibt eine Übersicht der neu aufgenommenen Werbemodellen und wo bei diesen das Jahr bekannt ist, wird es in Teil III ergänzt. Wie im Vorjahr gibt es wieder einen Beitrag eines Sammlers zu einem Sammlungs-Schwerpunkt, diesmal geht es um Knipsachser-LKW. Beim Preisausschreiben wird diesmal ein altes und immer drängender werdendes Problem angesprochen. Da der Umfang des Gelben Katalogs weiter zunimmt, wird gefragt, auf welchen Teil man am ehesten verzichten könnte bzw., welchen man auslagern könnte.
Das im nächsten Jahr veröffentlichte Ergebnis ergibt, dass 54% alle Teile haben wollen, eine Aufteilung in mehrere Bände ist also von der Mehrheit der Sammler nicht erwünscht.
Neu in dieser Auflage ist, dass private Anzeigen, wie es sie bisher nur vereinzelt gab, ausdrücklich beworben werden. Die Nachfrage wird sich allerdings in Grenzen halten.

1994
Erneut ist ein aktuelles Modell auf dem Titel abgebildet, erstmals gibt es dazu auch einen kurzen Kommentar im Inneren. Auf der Rückseite befindet sich eine Inhaltsübersicht und eine Anzeige von Modellauto Wanner, im Inneren gibt es von ihm noch weitere.
Um das Wachstum des Gelben Katalogs zu begrenzen, wurde das Konzept überarbeitet. Es fehlen der Sammlungsschwerpunkt und die Übersicht der Sondermodelle. Außerdem sind die Neuerscheinungen nicht mehr abgebildet, sondern nur noch aufgelistet.
Erstmals sind dafür die Gewinner der Preisausschreiben namentlich aufgelistet, das neue Preisausschreiben dreht sich um die Streitfragen, also Modelle deren Originalität oder Existenz fraglich ist.
Neu ist auch der Teil IV für die "großen Modelle", erstmal mit nur einem Eintrag, dem MB SK 1850 in 1:43.
Aus dem Aufruf nach privaten Anzeigen ergibt sich eine Seite Kleinanzeigen, dazu gibt es noch mehr Börsentermine als bisher.
Der Gelbe Katalog konzentriert sich also wieder auf das Wesentliche, dadurch schrumpft der Umfang erstmals gegenüber dem Vorjahr.


1995
Erneut wurde der Katalog komplett überarbeitet und nennt sich nun "Neuer Gelber Katalog", der Umfang ist erneut etwas geschrumpft. Erreicht wurde dies u.a. durch die Einführung einiger Abkürzungen, für diese gibt es ein eingelegtes Abkürzungsverzeichnis. Der zusätzliche Denkvorgang, der 1989 noch ausdrücklich vermieden werden sollte, ist bei der Benutzung des Kataloges nun also erforderlich.
Auf der Titelseite ist der neu entwickelte MB 300 'Adenauer' abgebildet, die Rückseite ist wie im Vorjahr gestaltet. Den im Vorjahr im Preisausschreiben angesprochenen Streitfragen ist nun ein eigenes Kapitel gewidmet. Das neue Preisausschreiben beschäftigt sich mit der Frage, ob zukünftig auch die Farben der Modell-Inneneinrichtung berücksichtigt werden soll, 70% der Teilnehmer werden für diesen Vorschlag stimmen.

Dem Katalog liegt eine Antwortkarte bei, auf der man nicht nur weitere Produkte des Marktpreis-Verlages bestellen und am Preisausschreiben teilnehmen konnte, sondern auch abstimmen konnte, ob es in Zukunft eine CD-Version des "Gelben Katalogs" geben sollte. Die meisten Stimmen wird eine abwartende Antwort erhalten, die Zeit scheint noch nicht reif.


1996
Auf der Titelseite ist diesmal der aktuelle 3er BMW abgebildet, die Rückseite ist wie zuvor gestaltet. Statt eines Vorwortes gibt es ein neues Kapitel "aktuelle Informationen", in dem strukturiert auf aktuelle Neuerungen und Themen eingegangen wird sowie einen kurzen Brief von Herrn Koch in der Umschlagsinnenseite. In diesem neuen Kapitel wird auch auf das neue Phänomen der 'Merchandising-Modelle' eingegangen, er nennt sie 'kommerzielle Werbemodelle' im Gegensatz zu den 'reinen'. Diese Unterscheidung hat allerdings keinen Einfluss auf die Erfassung im Katalog.


Da sich das Preisausschreiben des vorigen Jahres verzögert hatte, werden nun die Gewinner von zwei Jahren bekannt gegeben. Die neue Preisfrage versucht einen Überblick über die verschiedenen Sammelgebiete zu erhalten.
Bei den Streitfragen werden Ergebnisse bisheriger Fragen präsentiert und neue Fragen aufgeworfen. Die Börsentermine sind nun um 180° gedreht, wodurch das Blättern leichter wird. Das im Vorjahr noch eingelegte Abkürzungsverzeichnis ist nun klappbar in den hinteren Umschlag integriert.


1997

Auf dem Titel befindet sich diesmal nicht, wie in den Vorjahren, ein einzelnes aktuelles Modell, sondern eine Borgward Arabella, die mehrfach mit dem entsprechendem Eintrag aus dem Gelben Katalog hinterlegt ist. Auf der Rückseite sind nun Anzeigen mehrerer Händler sowie das Inhaltsverzeichnis. Damit ist diese Ausgabe ein Ausreißer, was das Layout angeht.
Im Vorwort wird eine Katalog-CD sowie eine Taschenbuch-Ausgabe (ohne Zeichnungen in A6) für diese Ausgabe angekündigt. Auf diese CD, sowie das Taschenbuch, den 'Börsenführer', werde ich später noch eingehen. Die Änderungen im Vergleich zum Vorjahr sind diesmal vor den jeweiligen Teilen I und II aufgelistet, bei der Preisfrage geht es diesmal um drei Einzelmodelle.
Die Liste der Börsentermine ist erneut anders angeordnet und nun senkrecht einspaltig.

1998

Diesmal gibt es auf der Titelseite den Inhalt einer alten Mercedes-Werbepackung mit Pappeinleger zu sehen, auf der Rückseite gibt es nun nur eigene Anzeigen des Marktpreis-Verlags und wie bisher eine Inhaltsübersicht. Die Änderungsübersicht ist wie im Vorjahr zu Beginn des jeweiligen Teils, die Auflistung der Preislisten ist deutlich detaillierter geworden.
In Teil IV erhält der bisher einsame MB SK 1850 Verstärkung durch die Nachproduktionen von VW-Modellen in 1:40, sowie die Daimler-Kutsche im gleichen Maßstab und den Magirus in 1:50.
Wie im Vorjahr geht es im Preisausschreiben um einzelne Modelle. Nachdem es im Vorjahr eine CD gab, heißt es für 1998, es wäre unklar ob und wann eine solche CD erscheint.

1999
In diesem Jahr wird Holger Wanner als Nachfolger von Karl A. Koch vorgestellt, beide schreiben je ein Vorwort. Passend dazu gibt es im Inneren verstärkt Anzeigen von Modellauto Wanner und auch die Rückseite besteht wieder nur aus einer Wanner-Anzeige und der Inhaltsübersicht. Auf der Titelseite ist der Große Möbellastzug als Schenker-Variante abgebildet.
Aufgrund der Veränderungen in der Sachbearbeitung gibt es dieses Jahr kein Preisausschreiben.

2000
Erneut feiert der Gelbe Katalog ein Jubiläum, die Rückseite bleibt unverändert, auf dem Titel wird der alte Porsche 356 mit Dach gezeigt, diesmal nicht freigestellt, sondern mit rechteckigem Hintergrund.
Erstmals gibt es Händler-Anzeigen im Umschlag, enthalten ist auch erstmals eine Anzeige des Auktionshauses Saure. Die weiterhin geplante CD wird erneut verschoben, ein Erscheinungstermin ist unklar. Änderungen und Neuerscheinungen finden sich nun wieder zu Beginn, für eine bessere Lesbarkeit werden teilweise Tabellen in dem Modellauflistungen eingeführt. Erneut gibt es kein Preisausschreiben, die Liste der Börsentermine ist deutlich kürzer als in den Vorjahren.

2001
Auf dem Titel ist nun ein MB 1620 'Intercity' abgebildet, die Rückseite bleibt erstmal unverändert, erneut gibt es Anzeigen im Umschlag. Im Vorwort wird auf technische Probleme eingegangen, während im Vorjahr teilweise Grafiken verdeckt wurden, sind nun ein paar Nummern falsch. Eine Katalog-CD wird es erstmal nicht geben.
Der Teil I der Unverglasten sowie das Stichwort- und das Abkürzungsverzeichnis wurden überarbeitet.


2002
Erneut ist auf dem Titel ein altes Modell abgebildet, diesmal ein MB 220 Cabrio in orangerot, die Rückseite bleibt unverändert. Die größte Neuerung ist die Umstellung aller Preise auf Euro statt DM, auf der Titelseite stehen beide Preise, da der Katalog bereits im Herbst des Vorjahres herausgegeben wurde. Passend dazu gibt es eine Umrechnungstabelle, in der einige Beispielpreise gegenübergestellt werden.
Neu aufgenommen wurden die Schulsätze, außerdem gibt es eine neue Farbkarte, die bisherige war noch von 1993. Eine CD-Ausgabe wird ebenso wie eine notwendige Überarbeitung des Bereiches 'Literatur' erneut aufgeschoben. Im Vorwort wird der immer größer werdende Einfluss des Internets auf die Preisgestaltung und die dort auftretenden Schwankungen erwähnt. Man kann wohl rückblickend tatsächlich sagen, dass das Internet, insbesondere durch Ebay, den Sammlermarkt massiv verändert und beeinflusst hat.



2003
Erstmals werden auf dem Titelblatt nicht nur einzelne Modelle, sondern ein Ausschnitt aus einem Drahtachser-Diorama gezeigt, die Rückseite bleibt unverändert. Neu ist die Einführung der Bezeichnung LHP für Liebhaberpreis bei Modellen deren Wert über 1000€ liegt. Dies betrifft hauptsächlich Werbemodelle und die erst im Vorjahr aufgenommenen Schulsätze. Außerdem gibt es nun ein Konjunktur-Barometer, mit dem die Preisentwicklung in bestimmten Bereichen dargestellt werden soll.
Im Vorwort wird darauf eingegangen, dass der Sammlermarkt schrumpft, und die Preise für Standardmodelle dadurch sinken. Außerdem wird auf Fälschungen durch nachgemachte Aufdrucke hingewiesen, die wohl vermehrt aufgetaucht sind. Da der Bereich 'Literatur' noch immer nicht überarbeitet werden konnte, jedoch inzwischen völlig veraltet ist, entfällt er nun vorerst. Erstmals erscheint ein "Gelber Katalog" nicht Ende des Vorjahres sondern erst im Februar 2003. Vielleicht eine Folge unterschätzten Aufwandes und damit ein Vorzeichen des bevorstehenden Endes dieses Werkes.


Börsenführer 1997
Da der Umfang des Gelben Kataloges immer weiter gewachsen ist, gab es 1997 eine kleinere kompakte Taschenbuch-Ausgabe im Format DIN A6. Diese verzichtet auf Abbildungen und auf sämtliche Erklärungstexte, wodurch der Umfang erheblich vermindert werden kann. Sie ist für den erfahrenen Wiking-Sammler gedacht, dem die Modellbezeichnung ausreicht um zu wissen worum es geht, und der einfach nur eine reine Auflistung der entsprechenden Varianten braucht. Der Börsenführer ist wesentlich handlicher als die große Ausgabe und passt u.U. sogar in die Jackentasche.
Abgesehen von der Modellauflistung gibt es noch ein Stichwortverzeichnis, eine Börsentermin-Übersicht, die Bestellhinweise des Marktpreis-Verlags sowie eine Anzeige von Ralph Korber. Auf andere Texte und Inhalte wurde verzichtet. Auf dem Titel ist die Zeichnung der Borgward Isabella abgebildet, passend zum Foto auf dem Gelben Katalog 1997. Auf der Rückseite gibt es eine Anzeige von Modellauto Wanner.
Eine solchen Börsenführer gab es nur 1997. Leider war die Nachfrage nach dieser Kompaktversion nicht ausreichend, so dass das Konzept nicht weiter verfolgt wurde.



Katalog-CD 1997
In Verbindung mit der fortschreitenden Verbreitung von PCs in Privathaushalten gab es in der zweiten Hälfte der 1990er Jahre viele Nachschlagewerke auf CD, Bücher erschienen zunehmend altmodisch und das Internet war noch nicht ausreichend verbreitet um eine Alternative darzustellen. Bereits 1995 gab es im Neuen Gelben Katalog eine Umfrage ob eine CD-Version gewünscht wäre, im Dezember 1997 war es dann soweit. Wie 1995 angekündigt, war sie teurer als der gedruckte Katalog. Während der normale Katalog 52 DM und der Börsenführer 29 DM kostete, waren für die CD-ROM 69 DM fällig. Dieser hohe Preis wurde damals heftig kritisiert, ist aber wohl in den nicht unerheblichen Investitionen begründet. Während ein CD-Brenner heute nichts Besonderes mehr ist, war ein derartiges Gerät damals erheblich größer und mit 4000 DM auch sehr teuer. Die Nachfrage nach der CD hielt sich in Grenzen, das hier gezeigte Exemplar hat mit 19,95 DM bereits einen deutlich gesenkten Preis, wahrscheinlich vom Resteverkauf 1998.
> Die Systemanforderungen der CD-Version scheinen aus heutiger Sicht lächerlich, und waren auch damals für halbwegs aktuelle Systeme kein Problem. Zur Bedienung war keine Maus notwendig, stattdessen wurden die damals beliebten und heute fast überflüssigen Funktionstasten (F1 - F12) genutzt. Die CD-Version bot laut Bedienungsanleitung folgende Funktionen:
  • - Text einsehen
  • - Abbildungen aufrufen
  • - Modelle nach Begriff oder Ordnungsnummer suchen
  • - Text markieren und in Listen übernehmen
  • - Listen bearbeiten
Es war möglich Such- und Bestandsliste zu pflegen, außerdem waren die Beschreibungstexte im Gegensatz zum Katalog nicht abgekürzt.

Karteikarten
Von 1987 bis 1991 gab es parallel zum Katalog noch Karteikarten, je eine pro Modell, auf der die Informationen und Varianten aus dem Katalog aufgeführt wurden. Als Beispiel ist die Karteikarte für den MB 240D auf der Rückseite des Gelben Katalogs von 1987 abgedruckt. Jeder Karteikarte liegt außerdem eine farbige Abbildung des Modells als Selbstklebe-Ettikett bei. Die Karten waren im Format DIN A6 und wurden auf 10 DIN A4-Bögen perforiert ausgeliefert.
Anfangs wurden drei Sätze mit je 40 Karteikarten für verglaste PKW-Modelle zu je 13 DM sowie ein gelber Ablagekasten für 4,80 DM angeboten. Im GK 1988 werden weitere Sätze für verschiedene LKW-Arten sowie Busse und Einsatzfahrzeuge angeboten. Diese sind allerdings teilweise als erst ab November 1987 bzw. Januar 1988 lieferbar gekennzeichnet. Bis 1992 werden die Karten in verschiedenen Zusammenstellungen angeboten, am Ende nur noch als Komplettpaket und als Ergänzungssatz für das jeweilige Jahr. Im GK 1993 werden sie dann nicht mehr angeboten.
Laut Herrn Koch wurden nur die Karteikarten für die PKW auch wirklich hergestellt, offenbar war auch hier nicht eine ausreichend große Nachfrage gegeben. Leider liegen mir keine Karteikarten vor.

Die Farbkarten
Für das Einordnen und Unterscheiden von Modellen sind die Farben von entscheidender Bedeutung. Um sich untereinander verständigen zu können sind allgemein gültige Farbbezeichnungen notwendig, damit klar ist um welches Modell es geht. Anfangs gab es noch keine Farbkarte und der Sammler musste durch Vergleiche mit anderen Modellen oder einfach nach Gefühl bestimmen, ob es sich nun um lichtgrau, hellgrau, mausgrau, kieselgrau oder ein ausgeblichenes dunkelgrau handelt. Manch einer mag sich bei Diskussionen um hellozeanblau, diamantblau, hellazurblau, taubenblau und mattgraublau die einfachen Bezeichnungen der frühen Kataloge wünschen, als es nur hellblau, mittelblau, dunkelblau und blaugrau gab ;-)
Die erste Farbkarte von 1986 bezog sich nur auf den Teil II mit den verglasten Modellen., sowie den Teil III der Werbemodelle und kam noch mit 100 verschiedenen Farben aus. Auf den Abdruck der Farben Schwarz, Silber, Braunmetallic und Blaumetallic wurde verzichtet, Weiß ist jedoch enthalten. Der Teil I mit den unverglasten Modellen wurde 1988 an die Farbkarte angepasst. Dabei kamen 18 Farben hinzu, die in eine neue Version der Karte integriert wurden, alternativ konnte eine Zusatzkarte zur Erweiterung der alten Version bestellt werden. Von den oben genannten Farben fehlt nun nur noch Schwarz.
1989 gab es eine neue Farbkarte, diesmal mit 124 Farben (inkl. Schwarz) und, eine erhebliche Verbesserung, mit gelochten Pasteln. Bisher musste man das Modell neben die Farbe halten, was durch Schatten usw. zu Problemen führen kann.
Anfang 1994 erschien erneut eine erweiterte Farbkarte, diesmal mit 143 Farben (im GK 1994 fälschlicherweise mit 140 Farben angekündigt). Dies ist hauptsächlich wegen neuer Modelle in bisher nicht dagewesenen Farben wie Signalrot oder Eisblau notwendig. Diese Farbkarte wird nun erstmal einige Jahre ausreichen. Von den bisher genannten Farbkarten wurden, bei einer Auflage von je 3000 Stück insgesamt nahezu 9000 Stück verkauft.
Erst 2001 gibt es eine neue Farbkarte, komplett überarbeitet mit nun 168 Farben. Während die Farbkarte bisher im Zick-Zack gefaltet wurde, ist sie nun als Fächer gestaltet. Über den Mehrwert dieser Änderung darf man sicher diskutieren, ich finde den Fächer sehr unpraktisch. Andererseits ist er auf Börsen ohne Ablagemöglichkeit vielleicht einfacher zu handhaben. Unter dem neuen Herausgeber, Herrn Holger Wanner, gibt es nun neue Farben, neue Farbbezeichnungen und eine neue Sortierung. Um die Verwirrung komplett zu machen sind alle Farben neu durchnummeriert. Die Farben Gold, Kupfer, Silbern, Alu und Chrom, sowie sämtliche Metallicfarben fehlen. Bei Metallicfarben wird die Grundfarbe zugrunde gelegt, bei den anderen wird ein "allgemeines Farbempfinden" vorausgesetzt.

Allgemein
Vergleicht man die Ausgaben des Gelben Katalogs fällt auf, dass es häufig Wechsel in Schriftart und Layout gibt. Die Titelseiten sind anfangs sehr unterschiedlich gestaltet, ab 1986 bleiben sie mit ein paar Abweichungen wenigstens ähnlich. Auch im Inneren ändert sich viel, nicht nur optisch, sondern auch inhaltlich. Mehrfach werden neue Inhalte ergänzt, die Inhalte neu angeordnet, aber manchmal auch auf bisher enthaltene Inhalte verzichtet. Im Laufe der Zeit enthält der Katalog immer mehr Anzeigen, vermutlich notwendig, um den wachsenden Pflegeaufwand finanzieren zu können.  Der Teil I mit den unverglasten Modellen wird mehrfach vernachlässigt, bei der Umstellung auf die Farbkarte sowie bei Umstrukturierungen haben die anderen Teile Vorrang. Auf der Titelseite sind unverglaste Modelle dafür recht häufig zu finden, vielleicht hatte Herr Koch eine entsprechende Vorliebe. Eine Umfrage 1996 ergab, dass etwa ein Drittel der Sammler auch Modelle aus dem Teil I sammeln.
Bereits vor seiner Übernahme des Marktpreis-Verlags arbeitet Holger Wanner am Gelben Katalog mit. Daher ist es nur konsequent, dass er diesen später von Karl A. Koch übernimmt. Danach kann man jedoch den Eindruck gewinnen, dass er mit der Pflege des Katalogs überfordert ist und den damit verbundenen Aufwand eventuell unterschätzt haben könnte. Mehrfach werden Inhalte gestrichen, der Auslieferungstermin verschoben. 2003 war es dann vorbei, für 2004 erschien kein neuer Gelber Katalog mehr.
Entwicklung von Preis und Umfang des Gelben Katalogs
Es fällt auf, dass auch die mehrfachen Umstrukturierungen das weitere Wachstum des Kataloges kaum aufhalten können. Gerade in den späteren Jahren wächst der Teil III enorm und der Gelbe Katalog erreicht sowohl vom Umfang als auch beim Preis zunehmend eine Grenze. Dies führt immer wieder dazu, dass überlegt wird Teile zu streichen bzw. sie getrennt anzubieten. Entsprechende Umfragen führen allerdings zu dem Ergebnis, dass es keine zufriedenstellende Lösung für alle gibt. Das Konzept des Börsenführers wurde nicht weiter verfolgt, auch die Idee einer Katalog-CD hat sich nicht durchgesetzt. Man kann nur spekulieren welchen Umfang ein heutiger Gelber Katalog hätte. Angesichts von über 180 Neuerscheinungen alleine im Jahr 2011 ist allerdings fraglich, ob eine aktuelle Ausgabe überhaupt noch machbar wäre.
Mit dem Ende des Gelben Katalogs stiegen die Preise für die letzten Jahrgänge deutlich an. Während alte Ausgaben nicht mal zweistellige Preise erzielen, ist die Ausgabe von 2003 erheblich teurer. Dies konnte man damals bereits recht bald beobachten und es hat bis heute kaum nachgelassen. Beim Marktpreis-Verlag sind alle halbwegs aktuellen Gelben Kataloge ausverkauft, bei Amazon bekommt man den 2003er für 200€, bei dhd-Kleinanzeigen für 119€. Günstiger wird es bei Ebay, wo kürzlich 80€ bzw. 100€ geboten wurden. Selbst das ist aber immerhin noch der dreifache Originalpreis für ein längst veraltetes Verzeichnis.
Ich selber habe zu Beginn meiner Sammlerkarriere den Neuen Gelben Katalog von 1995 gekauft, der damals bereits veraltet war, aber immerhin eine erste Orientierung bot. Die nächste Ausgabe war zum Glück von 2003, dieser ist bis heute bei mir im Einsatz, auch wenn die beiden Umschlagseiten und Teile des Stichwortverzeichnisses schon seit Jahren fehlen. Parallel dazu nutze ich den Preisführer von Carsten Saure, der zwar aktueller ist, aber leider nicht alle Modelle enthält, die für mich interessant sind.
Ich glaube nicht, dass es noch einmal ein so umfassendes Werk wie den Gelben Katalog für Wiking-Modelle geben wird. Der enorme Umfang würde es unpraktikabel werden lassen, die Pflege wäre sehr aufwändig.

(Wem das jetzt zu viel Text und zu umfangreich war, der findet hier eine kürzere Übersicht, die auch alle wichtigen Änderungen umfasst.)

Samstag, 22. Oktober 2011

MB SK 1850 Zugmaschine, ein großer Exot

Vor einigen Tagen kamen, zusammen mit anderen Modellen, auch zwei Modelle der Mercedes-Benz SK 1850 Zugmaschine in 1:43. Das dunkelblaue Werbemodell "Europa Truck '93" und das schwarze Serienmodell von 1993. Die beiden Modelle sind bis auf den Druck auf dem Spoiler des Werbemodells und der Farbgebung identisch. Ein weiteres rotes Serienmodell war einfacher gestaltet, es fehlt z.B. der Rammbügel, die stehenden Auspuffrohre und die Frontschürze ist nicht verchromt. Bisher hatte ich mich nie genauer mit dem Modell beschäftigt und es überhaupt erst einmal real gesehen. Als ich mir die beiden Neuzugänge nun genauer angesehen habe, war ich erstaunt wie detailliert dieses Modell ist. In dieser Größe kannte ich bisher nur die VW Modelle, die Wiking früher in 1:40 hergestellt hat. Auch diese waren bereits beeindruckend detailliert, mit Motornachbildung, mehrteiliger Inneneinrichtung usw.
Damals war die Zugmaschine das einzige Modell von Wiking im Maßstab 1:43 und blieb es auch, bis in den letzten Jahren Feuerwehrfahrzeuge in diesem Maßstab in das Wiking-Programm aufgenommen wurden. Dadurch ist sie ein Exot unter den Wiking-Modellen geblieben, nicht einmal einen passenden Auflieger gibt es.
Schauen wir uns dieses besondere Modell also mal etwas genauer an. Verpackt ist es in einer Pappschachtel mit kleinem Podest und Kunststoff-Sichtfenster, das auf den ersten Blick wirkt, als wäre das Modell in einer PC-Schachtel. Auf der Rückseite der Serienmodell-Verpackung sind einige technische Daten aufgelistet. Mit 503PS aus einem V8-Motor mit 14,6l Hubraum dürfte es sich bei dem 1850 um die damalige Top-Motorisierung handeln. Ein vergleichbarer neuer MB Actros verfügt bei 510PS aus einem R6-Motor noch über 12,8l Hubraum. Einen V8 wie beim Vorgänger (bis zu 598PS mit 15,9l Hubraum) gibt es wohl nicht mehr. Auch würden heutzutage vermutlich andere Eigenschaften aufgelistet werden, anstelle des selbstverständlichen Bremssystems z.B. der Verbrauch.
Durch eine Schraube und mit Hilfe zweier weißer Plastikteile hinterm Fahrerhaus wird das Modell auf dem Podest fixiert. Trotzdem kann es passieren, dass das Modell während des Transportes teilweise zerlegt wird. Das liegt daran, dass das Modell mit zahlreichen filigranen angesetzten Teilen ausgestattet ist, die allesamt nicht verklebt sind.
Leider sind bei meinen beiden Modellen die Dächer leicht eingedellt. Ich weiß nicht, ob es sich um einen Produktionsfehler handelt oder die Modelle einfach einer zu warmen Lampe ausgesetzt waren.
Schaut man sich das Modell genauer an, fällt erstmal der verchromte Rammbügel auf. Er ist kippbar, damit die Kabine ebenfalls nach vorne gekippt werden kann, um den Motor zu erreichen. Befestigt ist er über ein Scharnier an der ebenfalls verchromten Frontschürze. In dieser befinden sich vier transparent eingesetzte Nebelscheinwerfer, sowie eingesetzte Scheinwerfer mit orange bedrucktem Blinker und schwarz bedruckter Scheinwerfereinfassung(!). Die ebenfalls verchromten unteren Trittstufen sind ein eigenes durchgehendes Teil, dass durch die Frontschütze am Chassis gehalten wird. Darüber befindet sich der vorbildgerecht durchbrochene angesetzte Kühlergrill mit gesilbertem Stern. Ebenfalls separat angesetzt sind die Scheibenwischer, die jeweils mit den Handgriffen (zum Scheibe putzen) ein Formteil bilden.
Auf dem Dach sind noch eine Sonnenblende, verchromte Fanfaren sowie ein großer Dachspoiler mit seitlichen Windleitblechen montiert. Zur heckseitigen Ansicht komme ich später noch.
Die Inneneinrichtung ist dreiteilig, bestehend aus einem Hauptteil mit den Sitzen, dem Motortunnel mit Details wie Ablagefächern und Schalthebel, dem Boden und dem Armaturenbrett. Dazu kommt noch der obere Teil des Armaturenbretts sowie, in schwarz, das Lenkrad mit eingraviertem Stern und vorbildgerecht gewellter Unterseite des Lenkkranzes.
Zusätzlich zur erwähnten Scheinwerferbedruckung sind beide Modelle mit silbernen Zierstreifen versehen, die rot bzw. schwarz umrandet sind und die Typenbezeichnung 1850 enthalten. Außerdem sind auf den Kotflügeln die seitlichen Blinker und Positionslichter (oder sind es nur Reflektoren?) orange bedruckt.
Der Vergleich mit einem MB SK 1838 in 1:87 von Herpa macht den Größenunterschied deutlich. Leider sind bei dem Herpa-Modell (125 Jahre Lueg Wattenscheid) die beiden Auspuffrohre abgebrochen und es besitzt keinen Dachspoiler. Dadurch wirkt der Unterschied größer als er eigentlich ist.
Nun ein Blick auf die Heckansicht. Unter der gekippten Kabine findet sich der V8-Motor. Der Kippmechanismus ist mit einer Schraube versehen, vermutlich wäre eine reine Kunststoffkonstruktion zu schwach für das doch recht beachtliche Gewicht der Kabine gewesen.
Die acht Zylinder (jeweils mit Stern) sowie der Kühler sind deutlich zu erkennen. Die beidseitigen Abgasleitungen werden unter dem Chassis in schwarz fortgeführt. Eine Verbindung der Abgasleitungen mit den beiden verchromten Auspuffrohren existiert jedoch nicht. Das macht auch Sinn, da es dieses Modell (in rot) auch ohne die beiden stehenden Auspuffrohre gibt.
An die Rückseite der Kabine ist ein Luftansaugstutzen angesetzt, auf dem Bild schwer zu erkennen, da immer in schwarz. Die beiden verchromten Auspuffrohre stehen auf einer silbernen Trittplatte mit linksseitigen Trittstufen (genaugenommen sind sie durchgesteckt).
Die bewegliche Sattelplatte sieht nicht so aus, als wenn ein Auflieger vorgesehen gewesen wäre, dafür ist das Loch zu klein, außerdem ist es nach hinten verschlossen, also so verriegelt, dass ein Aufsatteln nicht möglich ist. Möglicherweise hätte es zusammen mit einem Auflieger auch eine Sattelplatte mit Spielwert gegeben, sie scheint aber nicht leicht austauschbar zu sein. Soweit ich weiß, dürfte diese Zugmaschine mit nach oben offenen hinteren Kotflügeln und ohne Auflieger nicht fahren. Entweder die Räder sind abgedeckt, oder ein Auflieger übernimmt diese Aufgabe. Das ist allerdings nur Halbwissen.



Am eher schmucklosen Heck sind die Rückleuchten rot-transparent eingesetzt, unter dem linken ist ein Kennzeichen vorgesehen.
Die profilierten Reifen sind aus hartem schwarzem Gummi und mit verchromten Felgen versehen. Die Achsen quietschen, aber ansonsten sind die Rolleigenschaften sehr gut.
Die Bodenprägung auf der Unterseite des Tanks ist "WW / Germany"

Bei den "selbstzumontierenden Zubehörteilen", auf die auf der Packung hingewiesen wird, handelt es sich um drei Spiegel, die in einer Plastiktüte beiliegen. Die Innenseite ist verchromt, entsprechende Befestigungslöcher befinden sich an der Kabine. Links zwei und rechts drei, um dort den einzelnen kleinen Spiegel über dem Beifahrerfenster anbringen zu können.

Zum Schluss noch zwei Vergleiche mit HO-Figuren.
Wie bei großen Fahrzeugen üblich, darf natürlich der Vergleich "Mann vs. Reifen" nicht fehlen. Der stehende Fußgänger ist trotz Hut noch immer etwas kleiner als der Hinterreifen der Zugmaschine.
In einer HO-Welt wäre dieses Modell mit Sicherheit eine beeindruckende Erscheinung... ;)


Wie man sieht gestaltet sich das Putzen der Windschutzscheibe für die HO-Tankwarte recht schwierig. Aber mit einer Leiter und dem Rammbügel als Trittstufe scheint das durchaus machbar ;)

Zu hoffen ist allerdings, dass der Rammbügel ausreichend gesichert ist, damit nicht der Kippmechanismus ausgelöst wird.

Leider weiß ich kaum etwas über die Hintergründe, warum es dieses Modell überhaupt gibt. Es passt nicht zum damaligen Wiking-Programm, es gibt keinen passenden Auflieger und auch nur wenige Varianten.
Im Katalog 1993 wird das Modell mit drei Fotos und einem kurzen Text vorgestellt. Unter der Überschrift "Über 5 Jahrzehnte Wiking-Modell" steht dort:
"Bis in die siebziger Jahre produzierten wir vornehmlich für die Automobil-Industrie Wiking-Modelle im größeren Maßstab. Diese Tradition setzen wir mit der neuen Mercedes-Benz 1850 Zugmaschine im Maßstab 1:43 fort."
Scheinbar war tatsächlich eine Fortsetzung der früheren Tradition geplant, diesmal wohl mit Mercedes statt VW als Kunden. Die rote Variante erschien 1997 dann kommentarlos unter einer eigenen Rubrik "1:43". Erstaunlich scheint für mich auch der Zeitpunkt eines MB SK als Werbemodell. Bereits 1994, also nur ein Jahr nach Erscheinen dieses Modells im Wiking-Programm, gab es ein Facelift des Vorbilds zum MB SK II. Damit entsprach das Modell sehr schnell nicht mehr dem aktuell angebotenen Vorbild.
Interessanterweise zeigt der Katalog und auch der Druck auf der Packungsrückseite beim schwarzen Modell ein Vorserienmodell. Die hinteren Seitenfenster sind glatt, beim Serienmodell sind sie mit Lüftungsrippen (?) abgedeckt. Außerdem ist die Sattelplatte silbern statt schwarz und es fehlt die seitliche Bedruckung der Blinker und Positionsleuchten.
Wenn jemand weiterführende Informationen zu diesem außergewöhnlichen Modell hat, würde ich mich über eine Mail oder einen Kommentar freuen.

Nachtrag (30.10.2011):
Inzwischen habe ich erfahren, dass es damals einen Pritschen-Auflieger und einen für Container gegeben hat, beide schafften es aber nicht in die Serie. Der Pritschen-Auflieger wurde 1993 als Messemuster gezeigt, ein Bild gibt es im "modell magazin", Heft 3/1993, S. 13. Es handelte sich um einen 3-achsigen Auflieger, mit Spriegel ohne Plane. Die Holzlatten des Spriegels konnten einzeln abgenommen, die Seitenwände des Aufliegers einzeln heruntergeklappt werden.
Aufgrund seiner Filigranität dürfte das Modell nur für Sammler und nicht mehr für Kinder geeignet gewesen sein. Außerdem wäre der Verkaufspreis wohl recht hoch gewesen. Schließlich wurde das Projekt vor der Serieneinführung gestoppt, offiziell aus Kostengründen.

Samstag, 1. Oktober 2011

Spielstraßen on Tour: Terrasse

Durch die hier schon erwähnten Spielstraßen kann man überall Straßenpläne aufbauen, wo sich eine halbwegs ebene Fläche finden lässt. Da das Wetter jetzt Anfang Oktober gerade so gut ist wie gefühlt den ganzen Sommer nicht, bin ich mit den Straßenteilen und ein paar Modellen nach draußen gegangen. Eine geeignete Fläche findet sich z.B. auf der Terrasse. Natürlich liegen die Straßen auf diesem Untergrund nicht perfekt und es sieht auch nicht realistisch aus. Aber schließlich geht es dabei nur um den Spaß am Bauen und an den Modellen, vergleichbar etwa mit dem (extreme) Teppichbahning. Schließlich handelt es sich bei allen beteiligten Teilen ursprünglich um Spielzeug. Zuerst wird mit den Straßenteilen ein Straßennetz aufgebaut:
Dabei merkt man wie uneben die Terrasse eigentlich ist, zum Glück lassen sich die Höhenunterschiede zwischen den Steinplatten halbwegs ausgleichen. Nun wird mit Hoffmann- und Faller-Häusern ein kleiner Ort mit Kirche und Tankstelle (Wiking) aufgebaut. Dazu natürlich noch Wiking-Autos um die Straßen zu beleben, auf weiteres Zubehör wurde verzichtet.
Im Vordergrund eine kleine Tankstelle mit zwei Zufahrten, mitten durch den Ort zieht sich eine breite Fußgängerzone, die an der etwas erhöht liegenden Kirche endet. Auch wenn man vielleicht Figuren und weiteres Zubehör vermisst, ist diese Ausstattung zum einfachen Spielen völlig ausreichend. Auf Waschbetonplatten empfiehlt es sich allerdings dabei ein Knieschoner-Kissen unterzulegen ;)
Hier ein Blick die Fußgängerzone entlang auf die Kirche:
Die deutlichen Spalte zwischen dem Straßenteilen sind hauptsächlich durch den Untergrund bedingt. Außerdem scheinen sich manche der Teile bei intensiver Sonneneinstrahlung zu wölben/biegen, das sollte aber reversibel sein. Hier sieht man auch, dass die Kirche leicht erhöht liegt, auch der Postbus rechts muss eine deutliche Steigung bewältigen. In der "realen Welt" ist das Straßen-Bauen halt doch deutlich schwieriger als auf einer ebenen Tischplatte.
Als Detailaufnahme noch der Mercedes der vor der Kirche wartet, vermutlich findet dort gerade eine Trauung statt, im Hintergrund die Umgehungsstraße:
Und natürlich darf auch diesmal eine Gruppe Einsatzfahrzeuge nicht fehlen. Welches Einsatzstichwort diese Zusammenstellung bedingt weiß ich nicht, aber immer nur der Feuerwehr-Löschzug wär ja auch langweilig:
Der Hersteller der Ampel ist mir leider unbekannt, aber sie bietet einen gewissen Spielwert. Offenbar handelt es sich um eine Alarmfahrt, denn eigentlich hätte der Magirus rechts gerade grün.

Ich denke die Spielstraßen bieten eine schöne Möglichkeit, die onTour-Reihe zu erweitern. Es macht Spaß einfach mal so einen kleinen Ort aufzubauen. Die hier verwendeten Teile und Modelle passen in vier hohe Wiking-Stapelkästen, damit lässt sich schon einiges machen.

Sonntag, 11. September 2011

Blick in die Vitrine: Auch das ist Wiking...

Eigentlich sammle ich ja hauptsächlich HO-Automodelle und das Zubehör dazu, wie Figuren oder Verkehrszeichen. Aber manchmal kommt auch was anderes in meine Sammlung, so wie der Inhalt dieses Vitrinenfachs:
Hier finden sich Wiking-Artikel aus verschiedenen Jahrzehnten, die in meiner Sammlung einen gewissen Sonderstatus einnehmen.
Rechts vorne geht es los mit ein paar der für mich neuesten Modelle. Diese sechs Spielsteine aus Kunststoff wurden nach dem Krieg von Wiking im Maßstab 1:200 produziert. Dabei gab es folgende Modelle in verschiedenen Farben: Stromlinienrennwagen (Silberpfeil), US-Limousine, Käfer, Formel-Rennwagen, US-Cabrio. Sie waren 1949 Bestandteil geplanter Spiele von Ravensburger: "Autorennen", "Lustige Autofahrt" und "Rette dein Leben".
Darüber Vertreter der Wehrmachtsmodelle, ein großer Panzer, ein Geschütz mit Bedienmannschaft sowie ein kniender Schütze. Links daneben zwei Verkehrspolizisten und (auf einem anderen Bild besser zu sehen) die "Volksgenossen" dazu.
In dieser Ecke finden sich alle Schiffe, die ich habe. Begonnen hatte es mit der Scharnhost (hinten) als Belegmodell und dem Leuchtturm. Bei diesem ist zwar leider der Mast abgebrochen und auch der Turm wurde auf der Insel neu aufgeklebt, aber dafür funktioniert auch nach über 70 Jahren noch immer die Glühbirne. Später kamen als Gelegenheitskäufe noch der Hafenschlepper, die Tsingtau, die Meteor (dreimal) sowie ein Minensuchboot dazu. Dazu, wenn auch kein Schiff, kommt noch die Hafeneisenbahn im Vordergrund.
Der Schiffskarton im Hintergrund passt leider zu keinem meiner Schiffe, er gehört zum Kreuzer "Karlsruhe". Davor etwas völlig modellfremdes, aber trotzdem von Wiking, ein Steckkamm und ein Herrenkamm (kennt irgendwer den Unterschied zwischen Damen- und Herrenkamm?). Mit der Produktion solcher Kämme (und anderen Produkte) hielt sich Wiking in der unmittelbaren Nachkriegszeit über Wasser und verteilte sie auch an die Mitarbeiter, die sie als Schwarzmarktwährung nutzten. Die Kämme sind graumelliert und bestehen aus dem Granulat zermahlener Fluzeugmodell, wie es auch für die ersten Drahtachser verwendet wurde. Übrigens ist genau dieser Steckkamm im Buch "Der Modell-Mythos Wiking" von U. Biene auf S. 27 zu sehen.
Davor vier Figurengruppen, hinten die stehenden Personen Typ C in rauchtransparent-melliert, vorne die Volksgenossen in 1:200.
Hier ein weiteres Belegmodell, der Fieseler Storch als mein einziges 1:200 Flugzeugmodell. Mir wurde gesagt seine Kunststoffnabe weist auf ein frühes Modelljahr hin, etwa 1941. Daneben zwei Metall-Flugzeuge in 1:1250, ein drittes mit Propellerscheiben befindet sich im Vordergrund. Es steht, zusammen mit Modellen des Sikorsky Hubschraubers, Düsenjägern und drei weiteren Flugzeugen auf dem Flugzeugträger "Hermes".
Dahinter fünf Tiere (2 Kamele, 2 Löwen, eine Kuh) der Arche Noah, auch sie, wie die Kämme, Zeugen der Neuorientierung nach dem Zweiten Weltkrieg.
Wesentlich farbenfroher als das bisher gezeigte ist die linke Seite, hier allerdings mit Modelle, die so nicht von Wiking stammen. Es handelt sich, soweit ich weiß, um moderne Abgüsse aus Pilot-Formen. Wie man sieht, hängen am Spritzling jeder kleinen Tankstelle sechs Flugzeuge im Schiffsmaßstab. Die Tankstelle hat im Bereich der Armaturen Formabweichungen gegenüber dem Wiking-Modell, außerdem ist am Schrank unten der PILOT-Schriftzug ausgekratzt.
Rechts sieht man etwas, dessen Existenz mir lange Zeit selber unbekannt war. Um das unbeabsichtigte Abkuppel von Anhängern zu vermeiden, gab es von Wiking, eine Kupplungssicherung. Dabei handelt es sich um kleine Ringe aus dem Material aus dem auch die späten Königszapfen sind. Diese werden mit Hilfe des extra mitgelieferten Griffs auf den Zughaken gesetzt und verhindern somit, dass die Deichsel des Anhängers abrutschen kann.
Darüber noch ein paar Spritzlinge, Ladegut, Mülltonnen, Lenkräder und Busfahrer.
Links oben in der Ecke liegen zwei Stapel Strafzettel, die beiden Varianten mit und ohne Süßigkeiten. Der eine Block ist benutzt und vier beschriebene Zettel lagen dabei. Hier hat also wirklich ein Kind Polizist gespielt und Strafzettel für seine Modelle ausgestellt.
Zu Lesen ist:
"Der Opel-LKW wird wegen schlechten Beladens, Verstoß gegen §§ 72 [...] verwarnt. GEBÜHR 25 DM."
Wofür der Krankenwg., gemäß § 72, 200 DM zahlen soll ist nicht zu erkennen, irgendwas mit Fahrerflucht.
Der LKW-Dodge soll wegen fahrlässigen Fahrens 100 DM zahlen, auch hier wurde gegen Paragraf 72 verstoßen. Wegen zu hohen Fahrens soll der LKW-Dodge sogar 2000 DM zahlen, diesmal wurde gegen § 53 verstoßen.

Die doppelten §-Zeichen im Vordruck erlauben die Angabe mehrer Paragrafen, in diesem Fall wäre also nur eines richtiger. Paragraf 72 der StVO gibt es übrigens nicht, der ebenfalls verwendete Paragraf 53 ist der letzte und regelt das Inkrafttreten der StVO. Wie diese Rechnungen bezahlt wurden, ob vielleicht der Vater als Verkehrssünder herhalten musste, ist nicht bekannt. Vielleicht wurde aus diesem Jungen ja später ein eifriger Verkehrspolizist, oder wenigstens ein vorbildlicher Verkehrsteilnehmer.

Dieses Vitrinenfach ist immer gut geeignet um Leuten die Wiking nur durch die Automodelle kennen, mal zu zeigen wie vielfältig das Thema Wiking ist. N-Modelle stehen woanders, 1:40 habe ich leider noch keine.

Spielstraßen, eine gute Idee

Im Forum auf www.der-wikingtreffpunkt.de wurde vor einiger Zeit auf einen noch recht neuen Online-Shop unter www.spielstrassen.com hingewiesen, der Spielstraßen aus Pappe anbietet, mit denen sich aus unterschiedlichen Teilen flexibel verschiedenste Straßenverläufe zusammensetzen lassen. Gedacht sind diese Straßenteile ursprünglich für Kinder, um losgelöst von unflexiblen, sperrigen Spielteppichen Spielstraßen bauen zu können. Leider sind die angebotenen Größen (25cm x 25cm bzw. 18cm x 18cm) zu groß für Wiking-Modelle und eher für größere Fahrzeuge z.B. von Siku gedacht.
Da ich die Idee aber sehr interessant finde habe ich angefragt, ob auch andere Größen machbar wären. Netterweise bot man mir an, die Straßenteile passend für HO-Modelle in 13x13cm zu fertigen.

Wie man auf den Bildern sieht, passt die Breite der Straßen nun zu den Wiking-Modellen. Die Straßenteile sind aus 300g/m² Papier (vergleichbar mit einer Postkarte) und beidseitig mit einer matten Schutzschicht überzogen (haptisch vergleichbar mit Spielkarten). Dadurch sind sie ausreichend robust um wiederholt auf- und abgebaut zu werden und durch die cellophanierte Oberfläche unempfindlich gegen Fingerabdrücke. Auch nach mehrfachem Gebrauch zeigen sich noch keine Stoßkanten oder Knicke, schließlich sind die Straßen ursprünglich für Kinder gedacht.

Die Bedruckung ist sehr detailliert, ihre digitale Herkunft kann sie bei genauer Betrachtung nicht verbergen, das stört auf Fotos oder mit etwas Abstand jedoch nicht. Mit den verschiedenen Straßenteilen lassen sich einfach unterschiedliche Straßenverläufe bzw. durch die Füllplatten (mit Pflastermuster) ganze Stadtpläne bauen.

Das Sortiment besteht aus weit mehr als einfachen Straßen. So gibt es u.a. eine Baustelle, die aus zwei Platten besteht. Es handelt sich um die Baugrube mit Rohr, sowie ein gerades Straßenstück mit der notwendigen gelben Straßenmarkierung. Wie man sieht, lässt sich so eine Baustelle gut mit Wiking-Modellen bestücken.
Des Weiteren gibt es Kreuzungen, Einmündungen, Straßen mit Parkbuchten und welche mit Zebrastreifen, um nur einen Teil zu nennen. Damit ist es möglich sehr unterschiedliche Straßenpläne aufzubauen.
Durch die Füllplatten entsteht ein stimmiges Gesamtbild, in der Ausgestaltung des Planes mit Häusern, Bäumen usw. ist man ziemlich frei, da es außer der Pflasterstruktur keine weiteren Markierungen gibt.

Hier mal ein recht einfacher Straßenplan, mit ähnlich sinnvollem Verlauf wie manch eine Modellbahnanlage ;)
Rechts sieht man eine Variante der Straßenplatten mit aufgedruckten Blumenkübeln, wie man sie an einer innerstädtischen Hauptstraße finden könnte. Zusammen mit den Bäumen und Häusern entsteht hier ein Fußgängerüberweg wie es ihn an einer kreuzenden Fußgängerzone geben könnte.

Der andere Teil dieses Straßenplanes besteht einfach nur aus einem Oval, zeigt aber recht gut wie die Modelle auf den Straßenteilen wirken. Auch in Kurven ist es möglich die Modelle innerhalb ihrer Spur zu platzieren. Sattelschlepper und der Pullman-Bus haben damit allerdings etwas Probleme, was aber bei 90° Kurven nicht unrealistisch sein dürfte.

Noch mal der Blick die Straßen entlang. Was mir an den Straßen gefällt, ist, dass sie mal völlig andere Szenarien und Perspektiven ermöglichen, als es mit den Wiking-Straßenplänen möglich wär. Durch die quadratische Form der Teile ist man sehr flexibel und durch die verschiedenen Varianten ist auch einiges an Abwechslung möglich.

Auf dem folgenden Bild wurde das Diorama noch um eine Querstraße mit Einmündung ergänzt, auch hier wieder mit den aufgedruckten Blumenkübeln. Da die Straßen ja eigentlich nur schmückendes Beiwerk zu den Modellen sind, reicht die zurückhaltende Gestaltung völlig aus.






Nun noch ein weiterer Aufbau, ein einfaches Oval mit Fußgängerzone.
Hier sieht man, dass es mit Krupp Titan und Pullman-Bus im Gegenverkehr trotzdem noch passt, lediglich in der Kurve würde es Schwierigkeiten geben, das dürfte aber wohl auch realistisch sein. Die Gaststätte im Vordergrund bekommt gerade eine neue Lieferung Getränke, auch dafür bleibt noch genug Platz.

Auf der anderen Seite ist weniger los, dafür sieht man hier, was passiert, wenn man die Straßenteile nicht sauber aneinander legt. Die weiße Randmarkierung zeigt Verschiebungen sofort, geringe Schwankungen sind durch Toleranzen beim Schneideprozess möglich, sind bei meinen Exemplaren aber nur in Einzelfällen aufgetreten.
Noch einmal eine Ansicht der Fußgängerzone mit Zebrastreifen

Wer seine Modelle lieber draußen fotografiert, kann sich auch einfach einen kleinen Straßenplan aufbauen. Hier zum Beispiel auf dem Gartentisch. Bei tiefstehender Sonne wie hier, können Reflexionen natürlich Probleme bereiten.

Noch eine Nahaufnahme von diesem Plan:

Überall wo ebene Flächen Platz genug für eine Handvoll dieser Straßenteile bieten, können Straßen aufgebaut werden. Beispiele wären Parkbänke, Picknicktische, Autodächer usw, oder wie hier die Katzen-Aussichtsplattform im Garten:
Wer nur wenig Platz hat, und z.B. in einer Vitrine oder im Regal ein kleines Diorama aufbauen möchte, kann dazu auch gut diese Straßenteile nutzen. Originale Wiking-Pläne zu zerschneiden möchten wohl die wenigsten und auch die Reproduktionen sind dazu eigentlich zu schade. Da ich gerne für Sammlertreffen oder Fotos Dioramen baue, die Wiking-Pläne aber auf Dauer langweilig sind, habe ich bereits mehrfach versucht eigene Pläne für Dioramen zu erstellen. Beim ersten Versuch hatte ich eingescannte Pläne digital neu zusammengesetzt um darauf ein Diorama aufbauen zu können. Das Ergebnis war das Cafe mit gebogener Straße direkt neben dem Parkplatz und einer Tankstelle. Ein Ausschnitt dieses Dioramas findet sich im zweiten Biene-Buch auf Seite 65. Für Fotos reichte das, es war allerdings sehr mühsam und es standen nur Motive aus den Wiking-Plänen zur Verfügung. Seitdem hab ich die Pläne für Dioramen aus zugeschnittener Pappe (hellgrau, dunkelgrau, grün) zusammengesetzt und entweder mit einer doppelseitig klebenden Folie überzogen oder die Figuren und Modelle mit Fixogum fixiert. Dabei ist man sehr flexibel, trotzdem ist ein gewisser Bastelaufwand notwendig und die Dioramenpläne lassen sich meist nicht wiederverwenden.
Mit diesen Straßenplatten ist es nun möglich sehr einfach Dioramen aufzubauen. Gut möglich, dass ich sie beim nächsten Sammlertreffen verwenden werden, auch auf Fotos wird man sie noch öfter sehen.

Wer Interesse an diesen Spielstraßen hat, kann unter http://www.spielstrassen.com/ das gesamte Programm anschauen. Über den Online-Shop können zur Zeit nur die beiden Standardgrößen bestellt werden. Für andere Größen reicht eine Mail über das dortige Kontaktformular. Für die hier verwendete Größe 13x13cm entsprechen die Preise der Größe 18x18cm.